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Zulässige vs. tatsächliche Anhängelast – was droht bei Überladung?

Jeder, der schon einmal mit einem Anhänger gefahren ist, musste sich mit den gesetzlichen Regelungen der Anhängelast auseinandersetzen. Doch was ist die Anhängelast eigentlich? Wie hoch darf sie maximal sein? Und was droht bei einer Überschreitung der zulässigen Last? AL-KO Fahrzeugtechnik klärt auf.

Was ist die Anhängelast?

Die Anhängelast beschreibt die Last, die ein Fahrzeug mittels eines Anhängers hinter sich her zieht. Bei dem Anhänger kann es sich gleichermaßen um einen PKW-Anhänger, aber auch um Wohnwagen oder Tieranhänger handeln. Entscheidend für die zulässige Anhängelast ist allerdings nicht das zulässige Gesamtgewicht des jeweiligen Anhängers, sondern dessen tatsächliche Masse (Achs- und Stützlast) im Vergleich zur zulässigen Anhängelast des Zugfahrzeugs. Letztere ergibt sich aus der Straßenverkehrszulassungsordnung oder einem gegebenenfalls vorhandenen fahrzeugspezifischen (Einzel-)Gutachten.

Wie hoch darf die Anhängelast maximal sein?

Wie hoch die Anhängelast bei einem Fahrzeug maximal sein darf, ist in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) geregelt. Gemäß § 42 darf die tatsächliche Anhängelast nicht größer sein als das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs. Maximal darf die Anhängelast 3,5t betragen. Welche Anhängelast ein Fahrzeug grundsätzlich maximal hinter sich herziehen darf, kann der Zulassungsbescheinigung Teil 1 entnommen werden. Bei der Angabe der zulässigen Anhängelast gibt es zwei verschiedene Werte, einen für gebremste und einen für ungebremste Anhänger. Demzufolge gibt es auch Unterschiede bei der zulässigen Anhängelast. Bei ungebremsten Anhängern dürfen die meisten Kleinwagen eine Anhängelast zwischen 400 und 750 kg ziehen. Verfügt ein Anhänger über eine Auflaufbremse, liegt die zulässige Anhängelast zwischen 1 und 3,5t. Somit entscheidet nicht nur das Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs über die zulässige Anhängelast, sondern auch die Art des Anhängers.

Mit welchen Strafen muss ich bei einer Überschreitung der zulässigen Anhängelast rechnen?

Wenn die zulässige Anhängelast überschritten wird, liegt ein Verstoß gegen die StVZO vor. Je nach Schwere des Falles drohen zwischen 30 und 425 Euro Bußgeld. Bei einer Überschreitung von mehr als 5 Prozent muss zusätzlich mit einem Punkt in Flensburg gerechnet werden.  Die Höhe des Bußgeldes richtet sich hauptsächlich danach, …

  • … um wie viel Prozent die maximal zulässige Anhängelast überschritten wurde
  • … ob das Zugfahrzeug eine zulässige Gesamtmasse von 7,5t hat oder darüber liegt

Handelt es sich um ein Kfz mit mehr als 7,5t zulässiger Gesamtmasse, wird unterschieden, ob ein Fahrzeug mit zu hoher Anhängelast selbst aktiv in Betrieb genommen wurde oder ob die Inbetriebnahme lediglich angeordnet wurde.

Aber aufgepasst: Auch wenn darauf geachtet wird, die maximal zulässige Anhängelast nicht zu überschreiten, kann es an anderer Stelle zu Problemen kommen, nämlich dann, wenn das gesamte Gespann zu schwer für die Fahrerlaubnis ist. In solchen Fällen drohen noch drastischere Konsequenzen als bei einer Überschreitung der zulässigen Anhängelast. Informieren Sie sich daher stets gut im Vorfeld über die geltenden gesetzlichen Regelungen.

4 Gedanken zu „Zulässige vs. tatsächliche Anhängelast – was droht bei Überladung?“

  1. Willi sagt:

    Bei uns wird die anhäkelst um 4 Tonnen überschritten bei eine Anhängelast von 40 Tonnen

  2. Böse, Kilian sagt:

    Hallo, ich habe einen Passat von 2008. Laut dem Papiere darf er 2000 kg bis 8 %Steigung ziehen und einen Eduard Anhänger mit einem Gesamtgewicht von 2,7 Tonnen. Die Ladefläche ist 3,6 Meter lang und 1,8 m breit. Ich dachte immer Leergewicht des Anhängers plus ladung darf die maximalen 2 tonnen die ich ziehen darf nicht überschreiten. Nun fragte ich einen Bekannten Polizisten nach den Gesetzen und er sagte mir das ich den Hänger nicht ziehen darf. Begründung war, zu schwer, zu groß und passt optisch nicht zu m Auto. Er würde mich im Verkehr raus holen und so weiter. Als zusatz, ich habe alle notwendigen Führerscheine. Meine Frage ist nun, wer hat recht?
    Mit freundlichen Grüßen
    Kilian Böse

    1. AL-KO Fahrzeugtechnik sagt:

      Guten Tag Herr Böse,

      in dem von Ihnen beschriebenen Fall zählt das tatsächliche Gewicht des Anhängers. Dieses darf nicht den Wert überschreiten, der in den Fahrzeugpapieren des Zugfahrzeugs als Anhängelast vermerkt ist. Das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers muss natürlich auch beachtet werden, sagt jedoch nichts darüber aus, ob der Anhänger hinter einem Fahrzeug betrieben werden darf. Leergewicht und Ladung des Anhängers dürfen in Summe die maximal zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs nicht überschreiten.

      Wir hoffen, wir konnten Ihnen Ihre Frage beantworten.

      Viele Grüße
      Ihr AL-KO Fahrzeugtechnik Team

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